Tourenberichte 2021

Windegghütte - Trifthängebrücke

Mittwoch, 21. Juli 2021

Leitung: Edi Biner 

Teilnehmer: Ingrid Zumtaugwald, Seraina Schmid, Klaus Julen, Berti Julen, Annette Steger


Edi entführt uns heute in die Welt der Grimsel, um auf alpinen Routen, Hängebrücken und steilen Bergbahnen die Kraft des Wassers zu erleben - dies verspricht nicht Edi, sondern der Prospekt.

 

Abfahrt frühmorgens im Spiss erreichen wir gegen 8.00h die nebelverhangene, mystische anhauchende Grimsel-Passhöhe und halten bei Stefan Gemmet – bei einigen ein bekanntes Gesicht - für Kaffee und Gipfeli. Die Weiterfahrt führt uns rasant hinunter nach Guttannen; in Innertkirchen biegen wir rechts ins Gadmental und fahren bis Schwendeli – zum Parkplatz der Triftbahn. Zum Glück funktioniert das Online-Bezahlen des Parkplatzes nicht, so dass Berti am Schalter der Bahn nicht nur den Parkplatz bezahlt, sondern – in weiser Voraussicht - gleich für die ganze Gruppe Bahn-Rückfahrttickets kauft.

 

Die Tickets bei Berti sicher verstaut, starten wir und wandern auf der Forststrasse Richtung «Underi Trift». Bei der Abzweigung entscheidet sich Edi für den alten, wenig begangenen Weg auf der linken Talseite – dieser Weg sei schöner. Und tatsächlich, wir laufen quasi im alpinen Urwald; üppiges Grün, der Weg ist von Farn gesäumt, die Steine mit weichem Moos bedeckt und die Bäume mit Flechten umgarnt – es ist feucht, heiss und drückend.  

Schritt für Schritt, die Landschaft verändert sich vom «Urwald» in karges, steiniges Alpingelände erreichen wir nach rund 2.5 Stunden das «Underi Trift» (1’357m). Hier sichten wir die ersten Wanderer, die mit der Bahn hochgefahren sind oder den Weg auf der rechten Talseite gewählt haben.

 

Unser nächstes Etappenziel ist die Windegg-Hütte auf 1’880m. Wir laufen weiter im «Schattige Trift» bis zum "Bosslis-Stein" und wieder führen alle Wege nach Rom sprich Windegg-Hütte: rechts 30 min. und links 90 min. Natürlich wählen wir die Direttissima, «stozend und hohi Tritta» - eben eine alpine Route. Oben angekommen, entschädigt uns der Blick über einen kleinen Tümpel voller Wollgras hin zum Kunstwerk und der Windegg-Hütte für die Strapazen des Aufstiegs. Oder zaubern das kühle Bier, die selbstgemachte Windegg-Schorle, das feine Essen und die grosse Kuchenauswahl die Anstrengung weg?

 

Wir könnten auf der Hütte verweilen, doch Edi mahnt zum Aufbruch. Schliesslich ist das eigentliche Ausflugsziel, die Hängebrücke Trift mit 170 Metern Spannweite hoch über dem Triftwasser, nirgends in Sicht. Während die Julens den Familienweg zur Hängebrücke wählen, entscheiden sich Edi und die Frauen für den interessanten «Ketteliweg». 

Und dann liegt sie vor uns, die imposante Triftbrücke mit einem herrlichen Ausblick auf den türkisblauen Gletschersee und den Triftgletschers. Trotz wenig Sonne und kühler Temperatur fliessen auch hier die Wassermassen in Strömen aus dem Gletscher und donnern zu Tal. Das Schauspiel mit gemischten Gefühlen beobachtend, steht neben uns ein «Info-Baum», der eindrücklich den Gletscherschwund der letzten Jahre dokumentiert und über das Projekt "Trift-Staumauer" informiert.

Und erneut mahnt Edi zum Aufbruch, es liegen noch gute 1.5 Wanderstunden vor uns. Wir laufen nun zügigen Schrittes auf dem "90 min. Umweg" dem tosenden Bach entlang Richtung "Underi Trift". Je länger es dauert, je steiniger erscheint mir Weg und Umgebung, je schneller läuft Edi; noch über die Brücke, ein letztes, imposantes Photo und wir erreichen die Bergstation der Triftbahn...

 

…mit Buvette, welches uns hilft, die kurze Wartezeit zur Bahnfahrt noch zu verkürzen und uns Gelegenheit gibt, mit Edi auf die Trift-Rundwanderung anzustossen. Nur acht Personen passen in die kleine, rote Gondel; aber wir "geniessen" die Talfahrt hoch über dem finsteren Triftwasser und dem rechten Talweg, der jedem Couloir folgt. Si wier froo, het ds Berti di Bileeti gchäuft und gsee wier ds Wägje va obena.

 

Zufrieden treten wir die Heimreise an. Wie anders und lieblich anmutend erscheint uns das Goms mit seinen saftig-grünen Wiesen und dunklen Wäldern; ein krasser Gegensatz zur kargen Stein- und Gletscherwelt des Triftgebiets. Mit einem letzten Halt im Landhaus in Münster lassen wir den erlebnisreichen Wandertag unter Wanderfreunden ausklingen…Edi, is grosses Merci fer d'Idee und d'Organisation und immer wider gäre. 

 

Bericht: Ingrid Zumtaugwald

Fotos: Alle