SAC Sektion Zermatt

Tourenbericht

Weissmies 4017m, 6. August 2016 → Fotos

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Leitung:
Valentin Jentsch
Seilschaft 1:
Valentin Jentsch, Rouven Brigger, Phillip Herr
Seilschaft 2:
Gerald Höfert, Sophie Wist

Ich wollte schon immer mal einen 4000er besteigen und hatte endlich am letzten Samstag die Möglich­keit mit Valentin Jentsch, einem Touren­leiter des SAC Zermatt, und drei anderen Teil­nehmern das Weissmies (4017m) zu besteigen.

Treffpunkt war 7 Uhr 40 bei der Tal­station der Seilbahn Hohsaas in Saas Grund. Aufgrund des schlech­ten Wetters des Vortages und des Temperatur­sturzes war es bei der Ankunft im Treff­punkt ziemlich frisch. Zudem war der Himmel noch mit grauen Wolken­fetzen verhangen, so dass ich ein wenig skeptisch wurde, was das Wetter betraf. Meine Zweifel erwiesen sich jedoch als unbe­gründet, denn bei unserer Ankunft in der Berg­station auf 3200 Metern lag das Saastal unter einem Nebelmeer verborgen und über uns befand sich der blaue Himmel – ideale Bedingun­gen für eine Tour aufs Weissmies.




Der Einstieg erfolgte nach circa 5 Minuten Spazier­gang auf der „Skipiste“: Durch ein Geröll­feld begaben wir uns an den Rand des Trift­glet­schers. Der Weg durch die Felsen erfor­derte aufgrund einzelner vereister Stellen erhöhte Aufmerk­samkeit. Nach ein paar Minuten erreich­ten wir dann den Gletscher­rand, Zeit die Steig­eisen und die Seile zu montieren. In einer Dreier- und Zweier­seil­schaft ging es schließ­lich los.

Zuerst überquer­ten wir in gemäch­lichem Tempo im Schatten der Berge den Trift­gletscher. Verein­zelt gab es Spalten, die sich aber dank unserem Führer problem­los umgehen oder über­queren liessen. Am Ende dieses ziemlich flachen Ab­schnittes folgte der Beginn in den Aufstieg, welcher uns zuerst relativ gerade, dann jedoch im Zickzack die vereiste Firnwand nach oben führte. Wir kamen gut voran und schon bald begann die Traverse nach rechts entlang der Flanke. Da wir mittler­weile die Sonne erreicht hatten, wurde es rasch wärmer. Am Ende der Traverse folgte ein kurzer aber eisiger Abschnitt ziemlich steil nach oben, auf dem jeder Tritt sicher sein musste. Schließ­lich erreich­ten wir ein kleines Plateau, auf dem wir uns eine kurze Pause gönnten und die Aussicht ins Tal genossen. Der erste Teil war geschafft.


Nach einer kurzen Stär­kung ging es erneut im Zickzack nach oben. Aufgrund des tollen Wetters waren noch viele andere Seil­schaften unterwegs. Die Gruppen vor uns haben den Weg so stark vorge­spurt, dass er fast nur noch aus Pulver­schnee bestand. Um mit den Steig­eisen besseren Halt zu finden sind wir daher parallel zum Weg auf der gefro­renen Schnee­decke gelaufen. Das half uns zudem beim Kreuzen mit den Seil­schaften, die sich bereits Stunden vor uns auf den Weg gemacht hatten und schon auf dem Abstieg waren. Nach etwa 30–40 Minuten erreich­ten wir schließ­lich den Grad. In einer kleinen Senke vor dem Schluss­anstieg nutzten wir erneut die Möglich­keit einer Pause.

Das letzte Stück führte uns ziemlich gerade und steil zum Gipfel. Die Höhe machte mir über­raschend wenig aus, was aber nichts daran änderte, dass es ziemlich sportlich war. Ab diesem Abschnitt war es zudem sehr windig, weshalb auch die Tempe­ratur merklich sank. Der Schluss­anstieg war aufgrund der Steigung der anstren­gendste Teil, umso schöner aber war dann der Moment, als wir nach 2.5 Stunden den Gipfel erreich­ten. Bei unserer Ankunft befanden sich bereits circa 10 andere Gipfel­stürmer auf dem Weissmies.


Wir haben uns 20 Minuten Zeit genommen um den herr­lichen Ausblick auf die alpine Bergwelt und das angren­zende Italien zu genießen, bevor wir zum Abstieg auf­brachen. Bis auf einen Stau aufgrund einer kleinen Gletscher­spalte – den wir aber durch ein steiles Couloir umgehen konnten – ist unsere Rückkehr über dieselbe Route problem­los verlaufen, und wir haben uns das an­schließende Bier bei der Berg­station Hohsaas allesamt verdient.

Alles in allem eine tolle Tour, die ich allen empfehlen kann die einmal auf einen 4000er möchten. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an Valentin und die drei anderen Teil­nehmer für den schönen Tag!

Bericht: Rouven
Fotos: Gerald, Sophie, Valentin