SAC Sektion Zermatt

Tourenbericht

Brunegghorn 3833m, 10. Juli 2016 → Fotos

via Topalihütte und Abstieg ins Turtmanntal

map.geo.admin.ch

Leitung:
Urs Lauber
Seilschaft 1:
Urs Lauber, Fabienne Jelk, Regula Detta, Silvia Burgener
Seilschaft 2:
Michel Petrig, Fernando Willisch, Gerald Höfert
Seilschaft 3:
Sven Friedli, Annette Steger, Diane Böck
Hüttenbesuch:
Bruno Bächler

Treffpunkt war bereits um 11.30 Uhr im Spiss und pünktlich ging es mit Taxi Christoph runter ins fast medi­terrane St. Niklaus auf 1100m. Fernando komplet­tierte unsere 11-köpfige Gruppe, wobei Bruno (? , meinte er sei der am wenigsten „fitte“, und war dann als erster auf der „hitte“) den morgigen Gipfel­aufstieg auslassen würde und wieder ins Tal abstieg. Vorbei an wilden Erdbeeren durch schatti­gen Lärchen­wald ging es bei hoch­sommer­lichen Tempera­turen die knackigen 1500 Höhen­meter stetig bergan. Nach Querung einer riesigen Lawine und gemein­samer Rast, spazierte jeder mehr oder weniger in seinem eigenen Tempo bis zur spekta­kulär gelegenen Topali­hütte. Der mächtige Dom dabei als steter Begleiter und spekta­kulärer Blickfang auf der anderen Talseite (Touren­ziel der kommenden Woche).

Bei herrlich­stem Wetter und kalten Getränken genossen wir die Nach­mittags­sonne auf der großen Terrasse. Besten Dank ans Hütten­team für die köstliche Suppe, Spaghetti Bolognese, Salat und Dessert am Abend.




Nach der natürlich viel zu kurzen und leicht unruhigen Hütten­nacht waren wir bereits um 3.00 Uhr auf den Beinen. Nach schnellem Frühstück ging es um 3.50 Uhr bei äußerst milden Tempera­turen leicht bergab um an­schließend in gemüt­lichem Tempo wieder bergan Richtung Schölli­gletscher zu führen. Touren­leiter Urs entschied sich als einziger für T-Shirt gegen neunmal lang­ärmelig. Blaue Lämpchen machten die Weg­findung unschwie­rig, wobei riesige Alt­schnee­felder dies wieder aus­glichen. Im letzten Drittel der Gruppe war das Gehen mit Wander­stock einfach dank der netten Spur­arbeit vorne. Nach gut einer Stunde ent­schieden wir uns schon früh­zeitig die Steig­eisen anzulegen, wobei wir diese bei herr­lichem Sonnen­aufgang über den Berner Alpen wieder ablegten, da es nunmehr über Geröll­felder Richtung Abberg­gletscher gehen sollte. Diane teste vorher noch kurz die Rutsch­fähigkeit ihres Wander­stocks auf dem Gletscher (viel­leicht 30m ☺). Nach spannen­der und abwechs­lungs­reicher Querung entlang des mitunter noch einge­schneiten Fixseils zwischen Schölli­horn und Gletscher erreich­ten wir das Joch und den großen Brunegg­gletscher (mit drei g). Nun wieder MIT Steig­eisen immer leicht bergan, eine Gletscher­spalte mühelos querend, und zum Glück größten­teils ohne Einsinken zum hier 3600m hohen Grat zwischen Bis- und Brunegg­horn, der beein­druckende Fern­blicke zum Monte Rosa und seinen Nachbarn erlaubte. Die letzten 200 Höhen­meter nun etwas steiler teils über Fels, jedoch ohne nennens­werte Schwierig­keiten bis zum heutigen Ziel, dem 3833m hohen Brunegg­horn. Schwindel­erregend fällt hier der Ostgrat ins 2700m! tiefer gelegene Mattertal und St. Niklaus ab. Mit Genepy und Snacks genossen wir die wunderbar klare Aussicht auf die umlie­genden 4000er. Was für ein Traum­wetter! Danke hierbei an die Italiener für das gelungene Gipfel­foto.


Gemütlich und ohne Stress machten wir uns an den Abstieg. Die Höhen­meter purzelten und auf ca. 3400m passier­ten wir die letzten Seil­schaften, immer noch im Aufstieg begriffen. Hoffent­lich werden ihnen die hoch­sommer­lichen Tempera­turen nicht zum Stolper­stein im späteren Abstieg. Nach etwas mehr als einer Stunden verließen wir rechts­seitig den Brunegg­gletscher. Der Weg führt über Geröll und im letzten Teil mit Eisen und Ketten ent­schärft zur Turtmann­hütte, die wir vor 12.00 Uhr er­reichten. Einziger Wermuts­tropfen war Michels Schürf­wunde am Arm, die er sich nach kurzer Rutsch­partie bäuch­lings auf dem Gletscher zugezogen hatte. Danke Fernando für die profes­sionelle Ver­sorgung der Wunde. Ver­dienter­maßen gab es Bier, Kaffee und Chartreuse. Mein spazie­rengetra­gener Brocken Gruyère fand leider keine Abnehmer. Viel­leicht dann kommende Woche auf dem Dom …

Mit bei mir nun erheblich abfal­lender Moti­vation vorbei am Turt­mannsee, stapften wir die letzten 600 Höhen­meter bergab zum verein­barten Treff­punkt mit unserem Taxi­fahrer. Bei brutzeln­der Sonnen­einstrah­lung warteten wir sehn­süchtig auf das leicht ver­spätete Taxi. Nach 1 ½ Stun­den halb verschla­fender, kurven­reicher Fahrt und wieder vorbei am 2700 Höhen­meter über uns thro­nenden Brunegg­horn, kamen wir alle wohl­behalten und glücklich im schönen Zermatt an. Besten Dank an Urs für die Organi­sation und an alle Seil­führer.

Eine abwechs­lungs­reiche Tour auf einen tollen Aussichts­berg zwischen den Walliser Riesen!

Bericht: Diane und Gerald
Fotos: Gerald und Urs

Brunegghorn: