SAC Sektion Zermatt

Tourenbericht

Breithorn 4164m, 5. August 2015 → Fotos

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Leitung:
Urs Lauber
Seilschaft 1:
Urs Lauber, Rita Perren, Regula Detta
Seilschaft 2:
Michel Petrig, Edi Biner
Seilschaft 3:
Sven Friedli, Fernando Guntern, Marielle Oggier

Halbe Traversierung


Ich traue meinen Sinnen kaum: leichter Rucksack, luftige Kleidung, stahl­blauer Himmel und beste Verhält­nisse zum Klettern erwarten mich an jenem Mittwoch, 5. August 2015. Ein gutes Gefühl, sich für einmal führen zu lassen, an Wetter­vorher­sagen wegen anhaltend guten Meteo­prognosen gar nicht denken zu müssen und warm­herzig wie ein lang­jähriges Mitglied bei der Tal­station Schwarzsee begrüsst zu werden. Voller Vorfreude besteigen wir die Gondeln und lassen uns Richtung Klein Mattern­horn pendeln, aus dessen Tunnel grosse Massen an Touren­gänger sowie Skifahrer hervor­quellen.



Fernando und ich werden von Sven geführt, Urs und Michel leiten zwei weitere Seil­schaften. Ich staune über die flinke und unkomp­lizierte Art beim Anseilen und bereit Machen. Zügig geht’s über den breit gezogenen Gletscher Richtung Castor/Pollux. Die breit­getram­pelte Rampe ermög­licht ein rasches Gehen ohne Steig­eisen, bevor uns der Weg in einer lang­gezoge­nen Kurve mit fordern­der Höhen­bewälti­gung auf einen wegen seiner Weitsicht ein­ladenden Sattel führt. Eine kurze Kletterei mit Stei­geisen auf griffigem Fels und Durch­schrei­tung einiger mit Schnee gefüllten Couloirs lassen das Herz eines jeden Berg­gängers erquickt höher schlagen. Hier zeigt sich: diese Tour ist ein attrak­tives Ziel, beliebt auch bei Berg­führern, die ihre Gäste sicher und ziemlich rasch aufs Breithorn geleiten.


Wir lassen ebendiese passieren, erklet­tern Türmchen, suchen nach den besten Tritt- und Griff­gelegen­heiten an der Schlüssel­stelle und staunen über Aussicht und Schönheit unserer Natur. Nach zwei­stündiger Kletterei in schönstem Gestein führt Sven mit festem Schritt auf Schnee unsere Seil­schaften zum Gipfel des Breit­horns. Insgeheim muss ich mir gestehen, dass das Breithorn einer der schönsten Vier­tausender ist, bietet es die verschie­densten Facetten und vereint Schwie­rigkeit und Schlicht­heit mit seinen fünf Vier­tausender Gipfeln.

Mühelos gleiten wir im sonnen­aufge­weichten Schnee über die Südseite aufs Breit­horn­plateau hinunter und besteigen gegen viertel vor eins die grosse Gondel. Im Restau­rant Klein Matter­horn plaudern und bespre­chen wir die wunder­schöne Tour und lassen den ange­brochenen Nach­mittag mit einem kühlen Bier aus­klingen.

Bericht: Marielle
Fotos: Urs