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SAC Sektion Zermatt

Tourenbericht

Kletterferien Sardinien, 14.–22. Oktober 2011 → Fotos

Leitung: Urs Moor
Teilnehmer: Läx Biner, Thomas Moor, Hanny Gut, Hitsch Ambühl, Silvio Koller

Die Hälfte der Gruppe traf sich in Visp, die andere Hälfte verabredete sich in Davos. Offizieller Treffpunkt der gesamten Truppe war am Hafen von Genua um ca. 18 Uhr. Ob vom Wallis oder vom Bündnerland her angereist, der Zufall wollte es, dass wir uns auf die Minute genau beim Check-In hintereinander einreihten! Somit mussten wir also keine weiteren Anstrengungen unternehmen, um einander zu finden. Silverster und Tweety, welche die Mobyline zieren, begrüssten uns freundlich. Dann hiess es Schiff entern, Kajüte suchen und sich anschliessend 100-mal verlaufen! Beim Bier trafen wir uns dann wieder. Bald knurrte uns der Magen, also ging es ins Restaurant, wo wir zu unserem Erstaunen echt gut assen und von den Kellnern verwöhnt wurden. Nach einem Absacker ging’s ab in die Kajüte. Meterhohe Wellen wogen uns in den Schlaf.


Samstag

Schlafend erreichten wir den Samstagmorgen und eine krächzende Stimme durch den Laufsprecher riss uns aus unseren Seefahrerträumen. Kurz darauf hiess es von der Kommandobrücke: «Land in Sicht!». Schiff löschen und mit den Autos auf direktem Weg nach Cala Gonone. Einkaufen, einchecken, klettern.

Im Sektor «Budino» gab’s einen kurzen Refresher, dann wurde mal eingeklettert und wir hatten Spass, Sonne und viel Wind. Anschliessend Gelatti, Apero, Essen, Gelatti.

Sonntag, Sektor «Cala Fuili»

Dank guter Erreichbarkeit mit dem Auto ist dieser Sektor „leider“ echt speckig! Da wir ja aber alle im 8-ten Grad klettern, hatte dieser Speck kaum Einfluss … Bald inspirierte uns der hohe Wellengang und wir stachen in See (ohne Schiff). Bei diesem Manöver mussten wir alle feststellen, dass hohe Wellen und Steine am Strand wohl gefährlicher als Klettern sind! Anschliessend Gelatti, Apero, Essen …



Montag, Sektor «Margheddìe»

Hier waren Strapazen für unsere Autos (natürlich Porsche und Ferrari) angesagt! Der Weg zum Sektor war holpriger und ruppiger als manch eine Bündner- oder Walliser Bergstrasse! Der Zustieg zur Wand war dornig, der Felsen war scharf, die Sonne heiss und wir im Schweiss. Anschliessend Gelatti, Apero, Essen …

Dienstag, Sektor «Cala Cartoe»

Eine idyllische Ecke mit interessanten Routen und herrlicher Ruhe. Die Ruhe hatten wir allerdings nur für 1 ½ Stunden – dann wurden wir von einer jungen Gruppe Engländer überrollt. Kurz darauf zogen wir die Seile ein, packten unsere sieben Sachen und gingen an den Strand. Anschliessend Gelatti, Apero, Essen …

Mittwoch, Sektor «Poltrona»

Ein wunderbarer Sektor, und der TÜV war auch da. Heute schreiben wir mal nicht vom Klettern, denn ab und zu essen wir ja auch: Cozze ala Marinara, Spigola Grillata, Oktopussi in Salata, Pizza, Pasta, Tiramisu, Vino, Grappa, Espresso – Viva la cucina sarda!


Donnerstag, Sektor «Surtana»

Nach 40 min. Autofahrt über den Pass und dann links. Jetzt aber oho – mehr Löcher und Steine als Strasse und trotzdem sind wir am gewünschten Ort angekommen. 1 Stunde wandern durch den feuchten Tropenwald und dann beim „Stei-Mannje“ rechts, schon standen wir mit der Nase an der Wand. Und jetzt? Mehrseilrouten oder etwas Kürzeres? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das Marlboroteam hatte keine Zigis mehr, so entschlossen sie sich für eine lange Route, da dort eh keine Zeit zum Rauchen war:). Ehepaar „Chiffler“ wählte etwas zwischendurch, und dem alten Moor ging der Pfupf aus – und somit lag nur noch etwas kürzeres drin. Von oben kamen zwei Schotten (in Kletterhosen, nicht im Quilt), und wir staunten nicht schlecht, als diese ihr Picknick auspackten: Anstelle von Wurst und Käse hatten sie feinsten geräucherten Lachs dabei. Den verschlangen sie ohne Brot, ohne Meerrettichschaum, ohne Kapern, ohne Zitronenschnitz und ohne Zwiebeln! Wir machten grosse Augen und sie erkannten sofort, dass uns das Wasser im Mund zusammenlief und auch wir Lachsliebhaber sind. Sie hatten Mitleid und boten uns davon an. Thank you very much! Nun ging’s weiter in den nächsten Sektor: In der Grotte vor Cala Gonone kam jeder von uns noch mal auf seine Rechnung. Anschliessend Apero, Apero, Essen …

Freitag, Sektor «Monte Bonacòa»

Die Anfahrt über Stock und Stein strapazierte einmal mehr unsere Autos, doch die darauf folgende Aussicht belohnte „unsere“ Strapazen umso mehr. Der kleine Berg über Cala Gonone bot etwas für alle. Ein herrlicher Sektor, der uns die letzten Kräfte entlockte, aber allzeit empfehlenswert! Anschliessend Gelatti, Apero, Essen …

Samstag, Sektor «Cala Luna»


Heute an unserem letzten Tag nahmen wir es gemütlich. Mit 150 Horsepower ging es innerhalb 10 Minuten mit dem Speedboot an die menschenleere Cala Luna. Wir stellten dann auch gleich fest, warum diese weltbekannte Bucht menschenleer war: das Wetter schlug innert Kürze um, Wind kam auf und erste Regentropfen waren zu spüren. Wir liessen uns von diesem Wetterumschwung nicht aufhalten und kletterten eine einzige 6c. Anschliessend ging’s mit dem Schnellboot wieder zurück nach Cala Gonone und via Cantina Dorgali (Weinkeller) zurück nach Olbia. Es folgte eine Stadtbesichtigung mit anschliessendem Mehrgangmenu, damit die Vielfrass-Crew nicht mit leerem Magen auf das Schiff musste! Ab zur Fähre und zurück in die Heimat.

Wir hatten eine sonnige und lustige Kletterwoche und danken Urs für die gute Vorbereitung. Bis zum nächsten Mal.

Cala Gonone, mit all den naheliegenden Sektoren lohnt sich allemal zum Klettern, gut Essen, gut Trinken und auch zum Baden. Wir kommen gerne hierher zurück.

Bericht: alle | Fotos: Urs und Hitsch